Obere Isar


Mai 2019. Sonntagmorgen. Draußen schneit es, rings um mich verstreut liegt nasse Paddelbekleidung. Gestern bin ich nur noch ins Bett gefallen.
In Wallgau an der oberen Isar wollten wir starten. Der Pegel der meistens zu niedrig ist schien in den letzten Tagen zu steigen. Nun bemerkten wir, dass es wiederum nur 30cm hatte. Ein Stand bei dem wir schon einmal Flusswandern mussten. Wir wagten es und zu allem Erstaunen sind wir außer ein paar Mal stranden gut durchgekommen.
Dennoch war es ein ständiges Rätsel in welchem Flussarm das meiste Wasser sein würde. Bei dem stark mäandrierenden Fluss gab es in den Biegungen meistens nur eine kleine befahrbare Rinne. Diese verkleinerte sich noch durch die meist hereinhängenden Äste.
Als begeisterter Schlauchboot Fahrer verließ ich diesmal die Komfortzone und versuchte mich in einem Einer-Kanadier. Der erste Eindruck, sehr wackelig. Die Beine weit gespreizt an die Bordwand gedrückt, gab mir Sicherheit, Stabilität und die Möglichkeit aufzukanten. Während der Fahrt fielen mir immer wieder die guten Ratschläge unserer erfahrenen Paddler ein, die sich auch bewährten.
Dennoch ging ich zweimal baden. Einmal blieb ich mit dem Bug an Steinen hängen, der Fluss wollte aber unbarmherzig weiter und warf mich um. Ein andermal schaffte ich es um einige Zentimeter nicht an einem Ast vorbeizukommen. Der Ast war stärker und der Klügere gab nach. Wohl dem, der seine Ausrüstung gut befestigt hat.
Nun machten sich meine Neoprenschuhe bezahlt und gaben mir den nötigen Halt und hielten meine Füße warm. Der Neoprenanzug lies Kälte kaum zu und gab zusätzlich zur Schwimmweste Auftrieb. Für den Oberkörper suche ich noch nach einer idealen Lösung.
Für uns als Bergvolk ist es selbstverständlich, dass man zu einer Bergtour entsprechend ausgerüstet ist. Selbst bei schönem Wetter kann sich das sehr schnell ändern. Nicht anders verhält es sich am Fluss. Nässe, Kälte und womöglich noch Wind bringen einen dann sehr schnell an die Grenzen.
Als wir dann in Vorderriß ankamen, waren auch alle anderen durchnässt. Wie gut tut es dann, wenn man warme Kleidung mit dabei hat, vorausgesetzt man hat sie wasserfest verpackt. Bei mir war alles nass. Zum Glück hatte ich das Handy noch zusätzlich gesichert.
Als der Regen immer heftiger wurde und das einzige Gasthaus Ruhetag hatte, war dann ein Stadel die letzte Rettung.
Fazit: Paddeln ist ein geiler Sport, Abenteuer, Natur pur, Kameradschaft, eine Gemeinschaft in der man sich gegenseitig hilft und auch Fehler machen darf.

Text: Gerhard, Fotos: Hannes


Mai 2018. Auf der Oberen Isar war wieder einmal genug Wasser zum Paddeln. Das gibts nicht so oft, da muss man schnell sein. Letztes Jahr sind wir bei 30 cm runtergerumpelt, sicher das absolute Minimum. Am ersten Mai warens 40 cm, das hat im Vergleich schon richtig üppig geklungen. Am Fluss hätte es dann ruhig noch ein bisschen mehr sein dürfen, vor allem am ersten Stück von Krün nach Wallgau. Es war jedenfalls wieder ausgesprochen kurzweilig, obwohl diesmal niemand geschwommen ist. Immer genug zu tun und Ausschau halten nach der besten Fahrrinne. Leider kalt und windig, aber wir sind diesmal von Vorderriss noch weitergefahren bis zur Geschiebesperre vor dem Sylvensteinsee. Landschaftlich ein Highlight – nächstes Mal wieder!

Text & Fotos: Hannes

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