Inn von Landeck bis Imst 2


April 2019. Am Ostermontag machten wir uns um viertel vor Zehn mit dem Zug von Innsbruck auf den Weg Richtung Landeck-Zams. Vom Bahnhof marschierten wir noch ca. 350m Flussaufwärts bis kurz vor der Brücke die Treppen vom Pegel Perjen (heute 259-261 cm) zum Wasser führen. Dort sind wir mit unseren Schlauchis bei Flusskilometer 373,7 eingebootet und hatten bei feinstem Frühlingswetter einen lässigen Ritt über Steinwurfwehre, Sohlschwellen und Kiesschwälle. Ein paar Buhnen, Felsen und einmündende Bäche brachten das Wasser zusätzlich in Wallung. Trotz dieser Fülle an aufregenden Elementen ließen wir uns nicht aus der Ruhe bringen und rumpelten gut gelaunt über Kies und überspülte Felsen und durch größere Wellenformationen.

Die Schwierigkeiten (laut Internet WW2) fanden wir bei diesem Pegel noch gut überschaubar und anregend. Dies wurde sicherlich unterstützt durch die Eigenschaft der Schlauchis, einfach über Steine drüber zu flutschen, und sonst auch ziemlich schmerzbefreit überall drüber zu gleiten.

Alles in allem hatten wir auf den gefahrenen 18,7 km fast durchgehend wunderbare Bergkulisse und eine interessante Paddelei mit Abschnitten zum treiben lassen dazwischen. Für Hartschalen-Kanadier schien uns die Tour (zumindest bei diesem Pegel) nur für wirklich sattelfeste und tüchtige Paddler geeignet, da sonst doch die große Chance besteht, mal auf Kies aufzulaufen, einen Stein zu erwischen oder auch über ein Steinwurfwehr drübergeschliffen zu werden. Für unsere beiden Schlauchkajaks und sicherlich auch für bessere Schlauchkanadier sollte das aber alles kein Problem sein.

Den Spaß auf dieser schönen und abwechslungsreichen Tour bezahlt man mit erhöhter Aufmerksamkeit, mehr Paddelschlägen als im Zahmwasser und dem immer wieder notwendigen Ausleeren der Boote wenn man wie wir keine Spritzschürzen hat. Aus Zucker sollte man aber ohnehin nicht sein, wenn man sich aufs Wasser begibt.

Rastplätze gibt es in ausreichender Zahl und wir wählten einen in der Gegend von Schönwies, da hier Autobahneinhausungen den Verkehrslärm etwas verringern. Landschaftlich schien auch die Gegend ab Mils für 3-4 km sehr einladend und ruhig zu sein, da hier die Autobahn überhaupt in einen Tunnel abfährt und die Bundesstraße weit weg vom Fluss ist.

Kurz vor dem Bahnhof Imst haben wir bei Flusskilometer 355,0 die Tour beendet. Hier sind zwei Brücken kurz hintereinander und man kommt links unmittelbar vor der ersten, sehr hohen Straßenbrücke gut aus dem Wasser. Parkmöglichkeit ist dort vorhanden und wer mit den Öffis am Weg ist, muss nur 3-5 Minuten zum Bahnhof spazieren. Sollte man den Ausstieg verpassen, kann man nach der zweiten Brücke rechts am Bahnhofsende auf einer Kiesbank aussteigen und über eine geschotterte Zufahrt fast direkt auf den Bahnsteig spazieren. Allerdings kommt hier unter der Brücke noch ein ordentlicher Schwall, den wir aus Vorsichtsgründen nicht gefahren sind (Video). Er stellt wohl schon irgendwie das erste Hindernis, den Starthügel, den Türsteher der Imster Schlucht dar. Rechts ein Felsenhaufentrümmerfeld, links generell wuchtig mit 3-4 ziemlich auffällig großen Wellen/Löchern. Augen auf und durch? Vielleicht ein anderes mal…

Text & Fotos: Christian


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2 Gedanken zu “Inn von Landeck bis Imst

  • Christian

    Fotos von den „interessanteren“ Stellen gibts leider keine, da wir da immer mit Paddeln zu beschäftigt waren und generell haben wir während der Fahrt meistens vergessen das Handy auszupacken und einen Schnappschuss zu machen. Aber wir fahren sicher wieder hin und machen die entsprechenden Beweisfotos oder Filmchen.