Iller 2


August 2019. 3 Tage mit Sack und Pack am Fluss.
Besonders erlebnisreich sind Kanu Packfahrten. Man ist dann mehrere Tage ausschließlich am Fluss. Alles was man dazu braucht sollte ausreichend, dennoch aber auch minimalistisch mit an Bord sein.
Bereits mehrmals hat sich dafür die Iller im Allgäu bewährt. So auch wieder in diesem Jahr.

1.Tag:
Drei Autos, drei Boote, 5 Kanuten und ein Hund machten sich auf die Reise. Über Reutte fuhren wir nach Oberstdorf. Für die 172km lange Strecke bräuchte man 2,5 Stunden. Am Haldensee, im schönen Tannheimer Tal legten wir jedoch eine gemütliche Kaffeepause ein.
In Fischen 8km unterhalb von Oberstdorf bepackten wir unsere Boote. Inzwischen begann es zu schütten. Das größere Problem war jedoch das Gebäck auf die Boote zu verteilen. Als wir einstiegen schaukelte das kleinere Kanu wie ein voll beladendes Kamel. Kurz nach dem Start, die erste Bewährungsprobe. Wir mussten einen Schwall bewältigen. Alles gut gegangen.
An diesem Tag hatten wir nur ungefähr zehn Kilometer vor uns. Zwischenzeitlich hörte der Regen auf, sodass wir unsere Zelte am steinigen Ufer aufbauen konnten. Durch erneuten Regen mussten wir auf ein warmes Abendessen verzichten.

2.Tag:
In der Nacht schüttete es reichlich. Auch in der früh wollte der Regen nicht aufhören, sodass wir uns erst nach und nach aus den Zelten wagten.
Inzwischen klarte das Wetter zunehmend auf, wie auch unsere Laune. Auch der 20km lange vor uns liegende Abschnitt forderte uns mit Flusslesen heraus. Die Strömung war stark, da und dort musste man überspülten Steinen ausweichen, durch Schwälle schaukeln oder über Stufen rumpeln. Spannend wurde es, wenn sich plötzlich vor einem ein Loch auftat und man nicht abschätzen konnte, was sich darunter verbirgt – WW II eben.
An diesem Tag mussten wir zwei Hindernisse überwinden. Einmal kamen wir nicht herum 150m zu Umtragen. Bei der zweiten Barriere hatten wir die Wahl, noch einmal zu Umtragen oder einen sportlichen Schwall zu wagen. Beides führte zur nächsten Bucht.
Bei sonnigem Wetter macht es richtig Spaß in unberührter Natur unterwegs zu sein. Der Lagerplatz war diesmal schön begrünt. Trocken und bei angenehmer Temperatur konnten wir am Lagerfeuer unsere Würstel braten und einen lustigen Abend verbringen.

3.Tag
Nun wurde der Fluss immer träger. Ein Highlight war dann noch einmal eine verblockte Stelle. Nach Besichtigung fanden wir heraus, dass es fahrbar sein sollte. Diesmal waren alle bereit. Einige hatten zum ersten Mal mit so einer Herausforderung zu tun. Dementsprechend war ein mulmiges Gefühl nicht abzustreiten.
Obwohl einige ganz schön Wasser ins Boot bekamen, haben alle die nächste Bucht unbeschadet erreicht. Die ca. 15km zogen sich in die Länge.
In Waltenhofen, kurz vor Kempten war dann das Abenteuer zu Ende.
Bis wir die Autos geholt und die Boote am Dach verzurrten hatten war es bereits früher Abend.
Gut dass wir noch den Sonntag zur Verfügung hatten und nicht gleich nach Hause mussten.

4. Tag
Auf halber Strecke campierten wir am Haldensee und ließen die sehr schöne Tour noch mit Schwimmen und Plaudern ausklingen.

– Anton: „Es ist bereits alles bestens gesagt, ich kann dem nichts mehr hinzufügen.“
– Bea: „Es war eine sehr erlebnisreiche und unterhaltsame Zeit. Die Fahrt auf der Iller war spannend und kurzweilig. Die Hindernisse haben wir mit Bravour gemeistert. Die gemeinsamen Abende verflogen im nu. Wir waren minimalistich ausgestattet und doch hatten wir einen „Campingluxus“, da jeder einen Teil dazu beigetragen hat, dass wir es gemütlich hatten. Ich kann die Fahrt auf der Iller nur empfehlen, WII ist herausfordernd, aber dazwischen ist die Natur ein Erlebnis.“
– Marianne: „Abwechslungsreicher Fluss und eine super Truppe, die sich von ein bisschen Regen nicht die Laune verderben lässt. Alles was eine schöne Tour ausmacht.“
– Thomas: „Als Jüngster war für mich der Altersunterschied kein Thema.“

Für mich ist es immer wieder beeindruckend, dass unterschiedlichste Persönlichkeiten so gut miteinander klar kommen, und durch solche Abenteuer tiefe Freundschaften enstehen.

Text & Video: Gerhard


Juni 2015. Dass wir an diesem Wochenende 3 Tage die Iller unsicher machen werden, war allen klar. Ob unser Quartier in einer Ferienwohnung oder am Campingplatz sein sollte, noch nicht. Letztendlich entschlossen wir uns zu einer Packfahrt, was bedeutet, alles mit an Bord zu packen um die nächsten Tage am Fluss zu bleiben.
Wir haben viel erlebt, sind mit den Herausforderungen gewachsen, erfuhren tolle Gemeinschaft und lernten, dass man Boote übernacht nicht weit genug vom Fluss entfernen, am besten sogar anbinden sollte.

Klick auf das Bild um die Diashow der Tour mit weiteren Informationen zu starten:

Text: Gerhard und Mario


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2 Gedanken zu “Iller

    • Gerhard Eisner

      Danke Mario für die schöne, übersichtlich Homepage.

      Ich schaue eigentlich selten auf unsere Homepage, nachdem ich bemerkt hab dass es aber immer wieder etwas neues gibt werde ich das jetzt öfter tun.

      In diesem Jahr haben wir etliche Fahrt Beschreibungen und Videos wieder zusammengebracht. Wenn wir ein andermal den selben Fluss befahren kann man hier schön auf die vergangenen Touren zurückgreifen.

      Wir hatten in diesem Jahr so viele Ausfahrten wie noch nie. Zu den Tagesfahrten kamen einige Packfahrten. Neben der Iller waren wir noch am Regen, auf der Moldau und am Tagliamento.

      Zurzeit sind wir wieder beim Planen für das kommende Jahr. Es soll wieder ein bunter „Blumenstrauß“ werden.