Tagliamento


Mai 2018. Tour von Cornino bis (fast) Latisana. Nach dem schneereichen Winter -auch im Süden!- war für mich klar: heuer ist der Tagliamento dran. Nicht zu früh & nicht zu spät, damit wir was vom Schmelzwasser haben. Hinten im Valle Resia waren es dann noch knapp 2 meter Schnee als wir weggefahren sind. Eigentlich wollte ich keine Wanderfahrt ausschreiben weil letztes Mal in der Mitte das Wasser weg war, aber am Ende waren wir dann 10 Leute & ein Hund.
Beim Auto-überstellen sind wir auf die Ponte Delizia hinausspaziert und sieheda: Wasser genug! Haleluja!
Den ersten, bewegteren Teil von Tolmezzo aus haben wir uns geschenkt und sind in Cornino eingestiegen, unterhalb der Tragestellen von Ospedaletto bzw. der Autobahnbrücke. Der Fluss hat da noch ordentlich Strömung, es ist ganz nützlich wenn man weiß was man tut. Auch noch nach der Brücke von Dignano, wo er sich in viele viele Arme aufteilt, können Baumhindernisse jederzeit überraschend hinter einer Biegung auftauchen. Langweilig wird es dadurch nie, und am Abend ist immer genug Treibholz für ein ordentliches Lagerfeuer da.
Bei der Autobahnbrücke vor Latisana war noch eine große Baustelle, mit einem Röhrendamm zum umtragen. Die Rohre auf der linken Seite waren komplett geflutet und daher erst im letzten Moment sichtbar. Eine ganz blöde Stelle, ein paar Vorarlberger haben da großes Glück gehabt… Sonst waren auch allerhand Boote unterwegs, aber es verteilt sich in dem weiten Flussbett.
Nach der Autobahnbrücke wird der Tagliamento dann schnell immer ruhiger, und schon vor Latisana ist der Fluss kanalisiert und die Strömung ist weg. Man kann durchaus schon ein paar km früher aussteigen. Wir haben die Autos in San Giorgio stehen lassen, in Latisana selbst haben wir keine gute Ausstiegsstelle gefunden.
Wir sind die Strecke in 2 1/2 Tagen vom 10.-12. Mai völlig stressfreien gefahren – schade, dass er so weit weg ist, der Tagliamento.

Flußkarte Tagliamento 2018

Ein paar Eindrücke unserer Fahrt:

Text: Hannes, Fotos: Hannes, Susi, Marianne, Christine, Gernot, Stefan, Flo, Maria, Mario, Untertitel: Maria & Mario


Juni 2016. Wird das Wetter und vor allem der Pegelstand mitspielen?

Dieser Fluss reizt uns schon Jahre. Leider ist meistens mehr vom riesigen Bachbett zu sehen als vom Fluss. Zwischendurch ist es dann umgekehrt, was auch keine gute Option ist. Aber es gibt sie, die Tage, wo dieser Fluss einzigartig und unvergesslich für einen Paddler bleibt.

Trotz schlechter Prognosen haben wir es gewagt. Schaut am besten selbst das Video an. Nur so viel sei verraten, etliche Wochen später haben einige dann den Fluss bis ans Meer befahren. Ich freue mich schon auf den zweiten Tagliamento- Beitrag.

Allgemein: Der Tagliamento entspringt in den Bergen von Friaul und mündet nach 170 km in die Adria. Bei gutem Wasserstand kann man den Fluss ab Tolmezzo mit dem Kanu bis in die Adria fahren.

Tourencharakter: Wunderschöne Landschaft, zunächst gebirgig, dann immer flacher. Die Farben des Flusses sind fantastisch. Nicht umsonst wird der Tagliamento als König der Alpen bezeichnet. Es gibt viel zu besichtigen und zu bewundern. Bei ausreichend Wasser kann man mit flotter Fließgeschwindigkeit rechnen. Das Bachbett ist nicht verbaut, der Fluss nimmt nach Belieben seinen Verlauf. Erinnerungen an Lech oder Isar kommen auf. Der Pegel ist extrem launisch. Großteils ist wenig Wasser. Dies kann sich jedoch spontan ändern. Niederschläge im Gebirge, die am Fluss leicht unbeachtet bleiben, können zu raschem Anstieg führen und das riesige Bachbett mit Wasser füllen.

Etappen:
1. Tag: Von Venzone – nach Belieben auf halber Strecke am Fluss fahren
2. Tag: Weiter bis zur Brücke bei Dignano (19km)
Es wäre auch möglich schon in Tolmezzo zu starten und bis Venzone (17km) zu fahren

Text & Video: Gerhard

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