Isar


Juli 2019. Von Lenggries nach Bad Tölz. In wildromantischer Natur, die teilweise an Kanada erinnert, starteten wir.
Ich schätze den Schwierigkeitsgrad mit WW 1-2 ein.

Wir hatten einige neue Kanuten dabei, die erst seit kurzem mit uns auf dem Weg sind. Sie stellten sich sehr geschickt und mutig an, sodass wir die Isarburg für eine mögliche Befahrung besichtigten. Der bullige Grabner Adventure war mit im Gepäck und wir entschieden uns für eine Befahrung. Es machte riesen Spaß und wir kamen alle ohne größere Schwierigkeiten die Schwallstrecke hinunter.

Bei Bad Tölz überraschte uns dann ein gewaltiger Regenguss und wir bekamen einiges an Wasser von oben ab. Wir stellten dabei fest wie wichtig warme Kleidung ist, wenn auf halber Strecke noch Wind zum Regen hinzukommt.

Versöhnlich zeigte sich dann bald wieder die Sonne und wir durchquerten den See des Isarkraftwerkes bei Bad Tölz. Seerosen, Schilf und anderes Gestrüpp säumten das Ufer, sodass es sich auf alle Fälle lohnte, nach zehn Kilometern Flussfahrt, diese zwei Kilometer noch anzuhängen.

Zu guter Letzt landeten wir in einem bayerischen Gasthof, der von einer Asiatin geführt wird. Schweinsbraten mit Sojasprossen schmeckt ausgezeichnet!

Es war ein wunderschöner Tag. Wir werden den Fluss mit weiteren Etappen fortsetzen.

Text & Video: Gerhard


Mai 2019. Sonntagmorgen. Draußen schneit es, rings um mich verstreut liegt nasse Paddelbekleidung. Gestern bin ich nur noch ins Bett gefallen.
In Wallgau an der oberen Isar wollten wir starten. Der Pegel der meistens zu niedrig ist schien in den letzten Tagen zu steigen. Nun bemerkten wir, dass es wiederum nur 30cm hatte. Ein Stand bei dem wir schon einmal Flusswandern mussten. Wir wagten es und zu allem Erstaunen sind wir außer ein paar Mal stranden gut durchgekommen.
Dennoch war es ein ständiges Rätsel in welchem Flussarm das meiste Wasser sein würde. Bei dem stark mäandrierenden Fluss gab es in den Biegungen meistens nur eine kleine befahrbare Rinne. Diese verkleinerte sich noch durch die meist hereinhängenden Äste.
Als begeisterter Schlauchboot Fahrer verließ ich diesmal die Komfortzone und versuchte mich in einem Einer-Kanadier. Der erste Eindruck, sehr wackelig. Die Beine weit gespreizt an die Bordwand gedrückt, gab mir Sicherheit, Stabilität und die Möglichkeit aufzukanten. Während der Fahrt fielen mir immer wieder die guten Ratschläge unserer erfahrenen Paddler ein, die sich auch bewährten.
Dennoch ging ich zweimal baden. Einmal blieb ich mit dem Bug an Steinen hängen, der Fluss wollte aber unbarmherzig weiter und warf mich um. Ein andermal schaffte ich es um einige Zentimeter nicht an einem Ast vorbeizukommen. Der Ast war stärker und der Klügere gab nach. Wohl dem, der seine Ausrüstung gut befestigt hat.
Nun machten sich meine Neoprenschuhe bezahlt und gaben mir den nötigen Halt und hielten meine Füße warm. Der Neoprenanzug lies Kälte kaum zu und gab zusätzlich zur Schwimmweste Auftrieb. Für den Oberkörper suche ich noch nach einer idealen Lösung.
Für uns als Bergvolk ist es selbstverständlich, dass man zu einer Bergtour entsprechend ausgerüstet ist. Selbst bei schönem Wetter kann sich das sehr schnell ändern. Nicht anders verhält es sich am Fluss. Nässe, Kälte und womöglich noch Wind bringen einen dann sehr schnell an die Grenzen.
Als wir dann in Vorderriß ankamen, waren auch alle anderen durchnässt. Wie gut tut es dann, wenn man warme Kleidung mit dabei hat, vorausgesetzt man hat sie wasserfest verpackt. Bei mir war alles nass. Zum Glück hatte ich das Handy noch zusätzlich gesichert.
Als der Regen immer heftiger wurde und das einzige Gasthaus Ruhetag hatte, war dann ein Stadel die letzte Rettung.
Fazit: Paddeln ist ein geiler Sport, Abenteuer, Natur pur, Kameradschaft, eine Gemeinschaft in der man sich gegenseitig hilft und auch Fehler machen darf.

Text: Gerhard, Fotos: Hannes


Mai 2018. Auf der Oberen Isar war wieder einmal genug Wasser zum Paddeln. Das gibts nicht so oft, da muss man schnell sein. Letztes Jahr sind wir bei 30 cm runtergerumpelt, sicher das absolute Minimum. Am ersten Mai warens 40 cm, das hat im Vergleich schon richtig üppig geklungen. Am Fluss hätte es dann ruhig noch ein bisschen mehr sein dürfen, vor allem am ersten Stück von Krün nach Wallgau. Es war jedenfalls wieder ausgesprochen kurzweilig, obwohl diesmal niemand geschwommen ist. Immer genug zu tun und Ausschau halten nach der besten Fahrrinne. Leider kalt und windig, aber wir sind diesmal von Vorderriss noch weitergefahren bis zur Geschiebesperre vor dem Sylvensteinsee. Landschaftlich ein Highlight – nächstes Mal wieder!

Text & Fotos: Hannes


Oktober 2018. Von Bad Tölz bis München. Wir waren letztes Wochenende bei allerfeinstem Herbstwetter auf der Isar, von Bad Tölz bis München in zwei sehr entspannten Tagen. Untertags sonnig und mild, die Nacht schon etwas frisch, aber an Feuerholz hat es an der Isar noch nie gemangelt.

Pegel Bad Tölz war 35cm, bei so wenig war ich noch nie unterwegs. Man kommt schon noch runter, auch wenn man das tiefe Wasser manchmal suchen muss. Es waren praktisch keine anderen Paddler unterwegs, dafür haben wir Eisvögel & Biber gesehen (und in der Nacht gleich hinterm Zelt platschen gehört). Ich bin auch wieder draufgekommen, dass mir die Isar zwischen Einöd und Icking am besten gefällt. Für eine Tagestour muss ich da noch eine gute Ausstiegsstelle auskundschaften. Man könnte die Tour zwar schon bei der Floßlände in Wolfratshausen beenden, aber dann fällt man um die Pupplinger Au um, und das wäre wirklich schade.

Text & Fotos: Hannes


Erinnerungen an schöne Erlebnisse im Jahr 2015:

Die Isar ist immer wieder ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anfahrt ist kurz, die Landschaft faszinierend und der Fluss glasklar und recht schwungvoll. Meistens fahren wir ab dem Sylvensteinsee. In letzter Zeit ist es uns gelungen, auch oberhalb mit genug Wasser zu paddeln.

Text & Video: Gerhard


Fürs letzten Juliwochende haben wir uns den Isarmarathon vorgenommen: Sylvenstein-München. Wir waren nicht allein …

Übertrieben viel Wasser war nicht, aber genug. Der Schwall bei der dritten Sohlrampe nach dem Einstieg war grad‘ noch gut fahrbar (danke an den TWV für die Info). Andi gibt die perfekte Linie vor, halbrechts kann man sich sogar an der unteren Welle vorbeimogeln. Nach dem Wehr in Fleck ist natürlich Schluss, da hilft nur mehr treideln.

Am ersten Tag kommen wir bis nach Lenggries, die Isarburg umtragen wir. Ich sollte an dieser Stelle anmerken, dass in Deutschland wild zelten generell verboten ist, und an der Isar besonders, weil Landschaftsschutzgebiet. Man kann halt Glück haben oder Pech, unauffällig bleiben zahlt sich auf jeden Fall aus.

Der Stausee in Bad Tölz war grad leer, das Kraftwerk wird nach dem Hochwasser im Frühjahr repariert. Man wird schon weit oben zum Aussteigen aufgefordert, aber spätenstens bei der Rohrbrücke ca. 500m vor der Staumauer ist dann endgültig Schluss. Die linke Durchfahrt schaut von weitem zwar durchaus fahrbar aus, aber die Walze mit dem langen Rücklauf sieht man erst wenns zu spät ist. Es waren schon einige Unfälle, in der Woche vor uns auch ein tödlicher. Unterhalb vom Kraftwerk nimmt der Verkehr dann kontinuierlich zu. Wer auch nur irgendwas aufblasbares hat, steuerbar oder nicht, ist dabei. Hauptsache die Bierkisten haben Platz. Tut mir leid dass ich nicht mehr fotografiert hab, aber man ist beschäftigt: teilweise ist es wie Billardspielen mit großen weichen Bällen. Erstaunlich, dass nicht mehr passiert – die Isar ist unterhalb von Einöd keineswegs einfacher zu fahren, besonders die Ascholdinger Au hat es in sich. Schwälle, scharfe Kurven, Bäume, alles dabei.

Wir wundern uns noch, wie wenig Schlauchbootleichen man sieht, aber am dritten Tag treffen wir ein Boot voll Piraten (die von der Partei), die sammeln sie auf. Andi und David spezialisieren sich auf Flaschen, am Ende haben sie mehrere Kisten voll, und diverse Kabel dazu.
In Großhesselohe umtragen wir ein letztes mal, dann lassen wirs gut sein. In der brütenden Hitze rollen wir den Ally den Höllerer Berg hinauf, der Bahnhof Solln für die Rückfahrt ist nah. Abgebaut wird erst am Bahnsteig.

Fazit: Heiss wars. Einen guten Bootswagen mitnehmen. Und schön ist sie, die Isar.


 

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